Münster (ots) - Die Finanzierung einer Immobilie nimmt Jahre, in den meisten Fällen Jahrzehnte in Anspruch. Die größte Investition
im Leben sollte deshalb solide geplant, langfristig sicher und
dauerhaft bezahlbar sein. Die LBS West empfiehlt, eine
Immobilienfinanzierung aus drei Bausteinen zusammenzusetzen: 20 Prozent
Eigenkapital, 30 Prozent Bauspardarlehen und 50 Prozent
Hypothekendarlehen.
Die Grundlage jeder Immobilienfinanzierung
bildet dabei das Eigenkapital. Dazu zählen Bargeld, Sparguthaben,
Wertpapiere, Guthaben auf einem Bausparvertrag oder auch ein vorhandenes
eigenes Grundstück. Auch Eigenleistungen, die der Bauherr beim Neubau
selbst erbringen möchte, fließen in das Eigenkapital ein. Hier sollte
aber vorsichtig kalkuliert werden, denn man spart lediglich Lohnkosten.
Mindestens 20 Prozent der Investitionssumme sollten vor dem Bau oder dem
Kauf des neuen Eigenheims angespart werden.
Weitere 50 Prozent
der Kaufsumme decken umsichtige Bauherren mit einer langfristigen
Hypothek ab. Mit einem Sparkassendarlehen kann man sich die zurzeit
historisch niedrigen Zinsen sichern und für viele Jahre
Planungssicherheit in seine Finanzierung bekommen. Bei dem derzeit
niedrigen Zinsniveau sollten Zinsfestschreibungen über 15 Jahre gewählt
werden. Nach 10 Jahren können Darlehensnehmer den Kreditvertrag per
Gesetz trotzdem kündigen.
Niedrige Darlehenszinsen bergen jedoch
auch Gefahren: Je geringer die Zinsen, desto länger dauert bei gleicher
Tilgungshöhe die Entschuldung. Ein Beispiel: Eine Finanzierung über
200.000 Euro mit einer jährlichen Tilgung von 1 Prozent wäre beim
aktuellen Zinssatz von rund 3 Prozent erst nach 46 Jahren abbezahlt. Das
sind 14 Jahre mehr als bei einem Zinssatz von 6 Prozent, der noch vor
gut 10 Jahren für ein Annuitätendarlehen bezahlt werden musste. Bei
einem Zinssatz von 3 Prozent und einer Tilgung von 4 Prozent wäre der
Bauherr bereits nach 18 Jahren entschuldet und würde durch die verkürzte
Laufzeit zehntausende Euro gegenüber dem niedrigeren Tilgungssatz
sparen.
Niedrige Zinsen für eine höhere Tilgung nutzen und schneller schuldenfrei sein
Die
LBS West rät deshalb, die zurzeit extrem günstigen Zinsen für eine
höhere Tilgung von zwei oder mehr Prozent zu nutzen. Nur so kann eine
schnelle und günstige Darlehensrückzahlung erreicht werden und das
Risiko steigender Darlehensraten nach Ablauf der Zinsfestschreibung
minimiert werden.
Allein aus dem Zinsaufwand, den Finanzierer vor
10 oder 20 Jahren für ihren Kredit aufwenden mussten, lässt sich heute
genügend finanzieller Spielraum für eine höhere Tilgung ableiten. So lag
der monatliche Zinsaufwand für ein 200.000-Euro-Darlehen im Jahr 1992
mit 8,5 Prozent Zinsen bei 1.416,67 Euro. 2002 wurden bei 6 Prozent
Zinsen 1.000 Euro fällig. Aktuell leisten Darlehensnehmer bei 3 Prozent
nur noch 500 Euro Zinsaufwand pro Monat.
Um die restlichen 30
Prozent des Kaufpreises zinsfest abzusichern, sollten Bauherren einen
Bausparvertrag in die Immobilienfinanzierung einbeziehen. Vom
Bauspardarlehen profitieren Immobilienerwerber gleich mehrfach:
Einerseits sind die Zinsen für diese Fremdmittel äußerst niedrig und bis
zur endgültigen Tilgung des Darlehens dauerhaft fixiert. Andererseits
bietet ein Bausparvertrag ein Höchstmaß an Flexibilität. Sondertilgungen
sind jederzeit in unbegrenzter Höhe kostenlos möglich. Wer
zwischendurch erbt, eine Gehaltserhöhung bekommt oder unerwartet mehr
Geld zur Verfügung hat, kann dies unmittelbar zur Tilgung einsetzen und
so die eigene Immobilie schneller entschulden.
Staat unterstützt Bausparer mit attraktiver Wohneigentumsförderung
Seit
2008 zählt Bausparen zu den förderfähigen Riester-Produkten. Bausparer
erhalten damit für ihre Immobilienfinanzierung attraktive Zulagen vom
Staat: Jeder förderberechtigte Erwachsene bekommt einkommensunabhängig
eine jährliche Grundzulage von 154 Euro, für jedes Kind gibt es pro Jahr
185 Euro und für jedes ab 2008 geborene Kind sogar 300 Euro
Kinderzulage. Die volle Förderung wird gewährt, wenn der
Riester-Berechtigte vier Prozent seines Brutto-Einkommens aus dem
Vorjahr in den Riester-Vertrag einzahlt, maximal 2.100 Euro abzüglich
der Zulagen. Die Eigenbeiträge können zusätzlich als Sonderausgaben
steuerlich geltend gemacht werden.
Die Riester-Förderung beim
Bausparen wirkt dabei doppelt: In der Sparphase erhöhen die Zulagen das
Eigenkapital und in der Darlehensphase reduzieren sie die eigenen
finanziellen Aufwendungen und die Zeit bis zur endgültigen Tilgung des
Bauspardarlehens. Die staatliche Riester-Zulage, die zusätzlichen
Steuervorteile und die ersparten Zinsen sparen dem Bauherren in seiner
Immobilienfinanzierung in den meisten Fällen deutlich mehr Geld ein, als
er durch die ehemalige Eigenheimzulage bekommen hätte. Die Stiftung
Warentest hat mehrfach ausgerechnet, dass die Finanzierungsvorteile von
Riester-Kombikrediten der Bausparkassen schnell bis zu 50.000 Euro
ausmachen können.
Die LBS West ist Teil der
Sparkassen-Finanzgruppe und Marktführer in den Bereichen Bausparen,
Finanzieren und Immobilien in Nordrhein-Westfalen. In 230 Kunden-Centern
mit mehr als 1.500 Beratern sowie 2.300 Sparkassen-Filialen werden 2,1
Mio. Kunden betreut, deren 2,6 Mio. Bausparverträge sich auf mehr als 62
Mrd. Euro summieren. Die LBS West hat ihren Hauptsitz in Münster und
beschäftigt rund 770 Mitarbeiter.
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